
Leugnung sexualisierter Gewalt, Rape Culture und antisemitische Gewaltandrohung auf dem Würzburger »Queerfeministischen Kampftag« am 08.03.2025
Bei ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 verübte die islamistische Terrororganisation Hamas nicht nur das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoah, sondern nutzte auch gezielt sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe1 – darunter brutalste Vergewaltigungen und Verstümmelungen.

In einem Redebeitrag auf dem »Queerfeministischen Kampftag« am 8. März leugnete die Gruppe »Queers for Palestine« erneut die massive sexualisierte Gewalt der Hamas. Bereits zum Jahrestag des 7. Oktobers verklärten die mit der Gruppe eng verbandelten »Students for Palestine« diesen als »heldenhaften Widerstand«2. Auf einer antisemitischen Kundgebung skandierte »Queers for Palestine« unverholen den vernichtungsantisemitischen Hamas-Schlachtruf »From the River to the Sea«3.
Im Redebeitrag wurde die Berichterstattung über den systematischen Einsatz sexualisierter Gewalt durch die Hamas als »zionistische Propaganda« zur »Rechtfertigung des Genozids« bezeichnet. »Die Forderung, israelischen Frauen zu glauben« sei eine »Waffe«, um »jegliche Kritik abzuwürgen« und »Analysen des Beweismaterials vom 7. Oktober« zu »diffamieren«.
Bei der Fixierung auf vermeintlich fehlendes Beweismaterial handelt es sich um eine zynische Täter-Opfer-Umkehr, da Beweissicherung und forensischer Nachweis sexualisierter Gewalt bekanntlich schwierig ist – insbesondere in einem aktivem Kriegsgebiet, in dem ganze Nachbarschaften und Festivals inklusive der Opfer selbst massakriert und teils bis zur Unkenntlichkeit verbrannt oder verstümmelt wurden4.

Das Anzweifeln der Berichte von Überlebenden sexualisierter Gewalt, die selbstgefällige Forderung nach stichfesten Beweisen und die Unterstellung einer politischen Agenda sind klassische Elemente von Rape Culture.
Den israelischen Streitkräften wurde im Redebeitrag eine queerfeindliche Agenda unterstellt, denn schließlich würden sie im von der Hamas ausgelösten Krieg »queere Palästinenser*in-nen […] vertreiben und töten«. Auch hierbei handelt es sich um eine antisemitische Verschwörungserzählung, denn sie legt Doppelstandards an den jüdischen Staat, dämonisiert ihn & delegitimiert sein Recht auf Verteidigung5.
Erneut wurde auch die antisemitische Verschwörungstheorie vom »zionistischen Pinkwashing«6 verbreitet. Der Begriff unterstellt hunderttausenden israelischen LGBTQ*, ihre mühsam erkämpften Rechte und Sichtbarkeit seien lediglich ein »weißes, rassistisches Narrativ« zur Ablenkung vom angeblichen »Genozid« an den Palästinenser*innen.
Weite Teile der Kundgebung bekundeten die misogynen und antisemitischen Aussagen nicht mit Empörung, sondern mit tosendem Applaus.
Eine Person widersprach den Aussagen mit Zwischenrufen und wurde daraufhin massiv als rassistisch und zionistisch beleidigt und gewaltvoll bedroht (»Ich kann dich schneller zerreißen als du gucken kannst«).
Die bedrohte Person ist Teil des »TraumTanz Kollektiv«, welches mit einem Lineup aus mehreren FLINTA* DJs die Aftershowparty im Würzburger Laden »Kapitel 2« hätte stellen sollen. Nach weiterer Mobilisierung gegen die Person und Boykottaufrufen – weil sich eine »zionistische Person« (!) im Lineup befände – wurde das Kollektiv durch das »Kapitel 2« von der eigenen Veranstaltung antisemitisch ausgeschlossen.
Fehlende Kenntnis der antisemitischen, misogynen und terrorverherrlichenden Aussagen der »Students for Palestine« kann angesichts der zahlreichen Dokumentation und Warnungen kaum als Ausrede für deren Einladung auf die Bühne gelten.
Man hat offenbar kein Problem damit, feministische Grundwerte6 über Bord zu werfen, sobald es um jüdische Opfer geht. Der feministische Konsens, dass Betroffenen sexualisierter Gewalt geglaubt werden muss, gilt offenbar in weiten Teilen von Würzburgs queerfeministischer Szene nicht.
Dass von der Bühne einer feministischen Kundgebung die Opfer und Überlebenden brutaler sexualisierter Gewalt als Lügnerinnen7 verhöhnt werden, markiert einen weiteren Tiefpunkt an linkem Antisemitismus in Würzburg.
Gegen antisemitische Selektivitäten! Antisemit*innen raus aus queeren Räumen!
Feministische Solidarität ist weder westlich noch östlich, sondern universal!
Von Gaza-Stadt bis Teheran:
Jin, Jiyan, Azadî!
- https://en.wikipedia.org/wiki/Sexual_and_gender-based_violence_in_the_October_7_Hamas-led_attack_on_Israel ↩︎
- https://wuerzburg.deutsch-israelische-gesellschaft.de/heldenhafter-widerstand-wie-students-for-palestine-den-7-oktober-glorifizieren/ ↩︎
- https://wuerzburg.deutsch-israelische-gesellschaft.de/fuer-queeres-leben-solidaritaet-mit-israel/ ↩︎
- https://www.boell.de/de/2024/04/30/zeuginnen-gestaendnisse-bildmaterial-beweise-fuer-die-vergewaltigungen-durch-die-hamas ↩︎
- https://www.belltower.news/antisemitismus-die-queere-bewegung-und-der-hass-auf-israel-119049/ ↩︎
- https://newvoices.org/2017/06/30/lgbt-jews-are-the-new-target-of-anti-zionism/ ↩︎